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In Memoriam

Am 4. Juli 2016 verstarb völlig unerwartet Herr Martin Websky im Alter von 61 Jahren. Der Verstorbene war unserem Museum von Anfang an freundschaftlich verbunden. Die große Sonderausstellung "Ammoniten", der Fund des "Urpferdes von Schelklingen" , der Aufbau der Geologie-Abteilung im Museum bleiben unvergesslich mit seinem Namen verbunden. Uneigennützig unterstützte er unser Museum durch die fachgerechte Präparation von Exponaten und die Bestimmung von Fossilfunden. Viele Fossilien wären ohne sein Mitwirken nicht in den Bestand unseres Museums gelangt.

Mit Martin Websky verlieren wir einen stillen, hilfsbereiten und sehr fachkundigen Freund. Wir werden den Verstorbenen in guter Erinnerung behalten und ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren. Unser besonderes Mitgefühl gilt seiner Familie, besonders seinen Kindern.

Für den Vorstand

                                             Winfried Hanold


 

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160 Millionen Jahre Erdgeschichte

 

Die Ausstellungseinheit Geologie des Stadtmuseums befindet sich im Treppenaufgang und Vorraum des 1. Stockwerks. Sie wurde am 20.11.2015 eröffnet.  Die Ausstelungskonzeption wurde von Winfried HANOLD erarbeitet. Die grafische Umsetzung lag in den bewährten Händen von Kurt LANGGUTH.

 

Schon auf dem Weg nach oben erfahren Sie, wie die Erdgeschichte des Schelklinger Raumes in die Geschichte der Erde und in die Geologie der Schwäbischen Alb einzuordnen ist. Anhand von Fossilien lernen Sie die Gesteinsschichten der Schwäbischen Alb kennen. Ein Diorama zeigt die Lebenswelt im Licht durchfluteten Meer des Oberjura, dessen Gesteine im Raum Schelklingen aufgeschlossen sind. Ein besonderes Highlight aus dieser Zeit ist das Fossil der Schelklinger Schildkröte.

Schildkröte

Von der nächsten erdgeschichtlichen Epoche, der Kreidezeit, während der die Ablagerungen des Jurameeres intensiver tropischer Verwitterung ausgesetzt waren, zeugen nur die im Raum Schelklingen verbreiteten Bohnerze. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Höhlen, die heute nicht mehr oder nur fossil als Füllung von Karstspalten erhalten sind. Aus einer solchen stammt der Kiefer des Schelklinger Urpferdes „Plagiolophus fraasii“, welcher 1998 zusammen mit einem Kieferfragment eines „Anaplotherium“ und zahlreichen Knochen gefunden wurde. Er konnte in die Zeit des Oligozän in der Epoche des Tertiär datiert werden. Am Ende dieser Zeitepoche war die Ur-Donau der beherrschende Fluss Süddeutschlands. In der folgenden Epoche des Pleistozän, der „Eiszeit“, schuf sie ein einzigartiges Talsystem, in dem heute Schelklingen liegt. Die zahlreichen Höhlen in der Umgebung von Schelklingen und die geheimnisvollen Quelltöpfe von Ach und Urspring sind eng mit der Entstehung dieses Talsystems verbunden.

Kalke und Zementmergel des Oberjura sind die Grundlage der Zementherstellung durch die HeidelbergCement AG, deren Werk Schelklingen unübersehbar am Südrand der Stadt liegt. Im Museum erfahren Sie mehr über Kalk und Zement und das Mineral Calcit, dessen „butterfly twins“ oder „Schmetterlingscalcite“ aus einem Schelklinger Steinbruch ihren Weg in zahlreiche Mineraliensammlungen fanden.

zum Weiterlesen:

  • ROSENDAHL et al: Schwäbische Alb – Wanderungen in die Erdgeschichte (18), Verlag Pfeil 2006.

  • MEYER & SCHMIDT-KALER: Entlang der Oberen Donau – Wanderungen in die Erdgeschichte (29), Verlag Pfeil 2011.

  • HANOLD: Landschaften um Ehingen – Entstehung und Bedrohung, Museumsgesellschaft Ehingen 1988.