Das Schelklinger Tal kann auf eine lange Besiedelungsgeschichte zurück blicken. Die Bodenverhältnisse und die offene, sonnige Lage des Schwemmkegels aus dem Längental haben schon früh Menschen verlasst, sich hier niederzulassen. Daraus wuchs im Laufe der Jahrhunderte eine stattliche Ansiedelung, die Stadt Schelklingen. Spuren der langen Siedlungsgeschichte sind überall in der Stadt zu entdecken. Auf einem Rundgang durch das alte Schelklingen können Sie diese Spuren entdecken. Die Karte des Rundganges zum Ausdrucken finden Sie hier.

Unser Rundgang umfasst 20 Stationen. Die grünen Herzchen markieren Gebäude und Besonderheiten, die im Rundgang fettgedruckt erwähnt werden.  Er beginnt am ehemaligen Vorderen Tor und endet, nur wenige Schritte entfernt, am Stadtmuseum.

 

1. Vorderes Tor

Am östlichen Anfang der Marktstraße ist eine Reihe aus Grobpflaster in das Straßenpflaster eingelassen. Diese Pflasterreihe veranschaulicht den ehemaligen Verlauf der Stadtmauer. Dieser waren noch eine zweite, niedrigere Mauer und der Stadtgraben vorgelagert. Die Stadtmauer verlief von hier parallel zur 'Müllergasse' hinter der Häuserzeile auf der rechten Seite hinunter zur Aach. Die quadratische Erweiterung der Grobpflasterung symbolisiert das Torwächterhaus am ehemaligen Vorderen Tor, welches hier in die Stadtmauer eingelassen war. Über eine Brücke über den Stadtgraben und durch das Vordere Tor gelangte man aus Richtung Ehingen in die Stadt. Die Straße wurde damals durch die Stadt geführt, weil die Grundherrschaft so Gebühren (Zölle) von durchreisenden Händlern erheben konnte. Ab 1830 wurden Tore und Stadtmauer schrittweise abgetragen und die ersten Gebäude entstanden außerhalb des ehemaligen Mauerrings. 

> Wir folgen nun der 'Müllergasse' hinunter zur Aach.

2. Älteste Besiedelung

Als an der Ecke Müllergasse / Gartenweg eine Garage errichtet wurde, zeigte sich nach Abtrag des Oberbodens eine kreisrunde, dunkle Verfärbung im anstehenden gelben Kalkkies. Eine Untersuchung der Bodenverfärbung durch den Beauftragten des Landesdenkmalamtes, Reiner Blumentritt, erbrachte Funde aus der Eisenzeit (Latènezeit), 800 - 100 v. Chr.. Durch sorgfältige Baustellenbeobachtung weiß man heute, dass sich zu dieser Zeit die erste nachweisbare Siedlung im Stadtgebiet der Kernstadt parallel zum Nordufer der Aach von der Aachstraße bis zur Ulmer Straße (B 492) erstreckte. Wie lange diese keltische Besiedelung Bestand hatte, ließ sich bislang nicht ermitteln. 

Nach wenigen Metern ist eine kleine Grünfläche an der Aach erreicht.

3. Stadtmühle 

  Foto: Stadtarchiv Schelklingen

Heute kaum mehr vorstellbar, aber auf diesem kleinen Platz an der Ecke Müllergasse / Aachstraße stand einst die Stadtmühle. Erstmals 1312 wird an dieser Stelle eine bereits bestehende Mühle urkundlich erwähnt. In Betrieb war sie bis in die zweite Hälfte des 19. Jh., wobei sie in der letzten Betriebsperiode als Gipsmühle, zur Herstellung von Drahtstiften und als Seilerei genutzt wurde. Danach wurden das Mühlrad und technische Einbauten ausgebaut, das Gebäude alsWohnhaus genutzt, bis es in den 1970er Jahren abgebrochen wurde. Die Mühle arbeitete mit der Wasserkraft des 'Großen Wassers', des nördlichen Aachlaufes. Die Aach wurde noch bis ins 19. Jh. wenig oberhalb, zwischen den Stationen 4 und 5, durch ein Wehr gestaut. Dadurch konnte der Wasserstand im Stadtweiher (Lage: westlich der Straße 'Hinter dem Weiher') konstant gehalten und der Mühle stets das benötigte Wasser zugeführt werden. Das überschüssige Wasser floss über das 'Kleine Wasser' parallel zum Hauptlauf bis auf die Höhe des heutigen Freibades, wo sich die beiden Flussläufe wieder vereinigten. Mit dem Bau der Bahnlinie Ulm - Ehingen 1869 wurde der Doppellauf sukzessive verfüllt.

Die Stadtmauer knickte hier nach Nordwesten ab und folgte in etwa 30 Metern Abstand dem Lauf der Aach. An der Ecke, hinter dem gegenüber liegenden Haus, stand der Bürger- oder Diebsturm, der gleichzeitig als Stadtgefängnis diente. Die Fläche zwischen Aach und Stadtmauer hieß "Im süßen Löchle" und wurde vermutlich wegen des hier im Überschwemmungsbereich wachsendenden 'süßen' Grases so genannt.

Am anderen Ufer der Aach steht die evangelische Kirche mit Gemeindezentrum. Sie wurde 1958 an dieser Stelle auf dem "Spittelwiesle" errichtet, einer beliebten Grünanlage.

> Der Rundgang folgt nun der Aachstraße.

4. Castell'sches Waschhaus

 Ab 1680 waren die Grafen Schenk von Castell Lehensherren von Schelklingen. Für ihren großen Haushalt im Stauffenbergischen Schloß, dem "Schloßhof" an der Schloßgasse (Nr. 7) wurde an der Aach außerhalb der Stadtmauer ein Waschhaus errichtet.

Das stattliche Gebäude neben dem Waschhaus wird "Spritzenhaus" genannt. Es war bis zum Neubau an der Ulmer Straße das Feuerwehrgerätehaus, errichtet in den 1920er Jahren. Der turmartige Aufbau diente dazu, Feuerwehrschläuche zum Trocknen aufzuhängen.

> Der Rundweg folgt der Aachstraße bis zur Einmündungen der Färbergasse.

 5. Wassertor und Arche

An dieser Stelle befand sich das "Wassertor", ein schmaler Durchlass in der Stadtmauer. Zusätzlich zu den Stadtbrunnen konnte hier Wasser geschöpft werden. Die zahlreichen landwirtschaftlichen Betriebe in der Stadt trieben ihre Tiere hierher zur Tränke. Noch bis in jüngste Vergangenheit gab es von der Aachstraße eine Rampe in die Aach, die einen problemlosen Zugang zum Wasser ermöglichte. Außerdem war das Wassertor der direkte Zugang zum schmalen Wiesenstreifen zwischen Stadtmauer und Aach.

Direkt neben dem Wassertor soll sich das öffentliche Badhaus befunden haben. Das stattliche Gebäude war als Fachwerkbau auf die Stadtmauer aufgesetzt. Die Fenster im Erdgeschoss und 1.Stock wurden erst ausgebrochen, nachdem die Stadtmauer ihre Funktion verloren hatte. Leider fand sich kein Investor, der das stadt- und baugeschichtlich interessante Gebäude erhalten wollte, so dass es 2017 wegen Baufälligkeit abgebrochen wurde.

> Wir verlassen nun die Aachstraße nach rechts und folgen links einbiegend der Schloßgasse.

 

6. Der Rennhof

 

Dieses qualitätvoll renovierte Gebäude war von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis in den 30jährigen Krieg der Wohnsitz der adeligen Familie der Renner von Allmendingen. Sie verarmte im Krieg und schenkte den Hof gegen lebenslangen Unterhalt dem Kloster Urspring. Bis 1783 war er Wohnsitz des urspringischen Hofmeisters bzw. Kanzleiverwalters, worauf das urspringische Kanzleisiegelzeichen über dem Tor des Stadels hinweist. Dann übernahm Graf Schenk von Castell den Hof und verpachtete ihn. Heute ist er in Privatbesitz.

Auf der Seite zur Aachstraße hin ist unschwer erkennbar, dass auch dieses Gebäude auf die Stadtmauer aufgesetzt wurde. Diese Bauweise war typisch für ummauerte Städte, denn die wohlhabenden Besitzer der Gebäude waren in diesem Abschnitt für den Unterhalt der Stadtmauer verantwortlich und entlasteten so den Etat der Stadt.

> Nach wenigen Metern öffnet sich ebenfalls auf der linken Straßenseite der "Schlosshof".

7. Stauffenbergsches Schloß, Schloßhof

  

Dieses repräsentative Gebäude wurde um 1600 als Wohnsitz der Schenk von Stauffenberg in Schelklingen direkt an / auf der Stadtmauer erbaut. 1682 gelangte es in den Besitz des neuen Pfandherrn Graf Johann Willibald Schenk von Castell. Bis in die Mitte des 19. Jh. verblieb es im Besitz dieser Familie. Es weist im Innern einige bauliche Besonderheiten auf, so die Gewölbe im Erdgeschoß. Eine Madonna mit Kind aus der ehemaligen Schloßkapelle steht in einer Wandnische zur Straße 'Hinter dem Weiher' hin. Wer sie sehen möchte, kann dazu der "Schloßtürle", den Durchgang auf der rechten Seite des Gebäudes benutzen. Dieser Mauerdurchlass ermöglichte einst den direkten Zugang zum Stadtweiher.

> Folgen Sie nun weiter der Schlossgasse bis zur Einmündung des Diehlesgässle.

8. Ackerbürgerhaus und neue Baukultur

                                     

Auffallend kleine ist dieses Haus rechts derEinmündung des Diehlesgässle. Häuser dieses Zuschnitts gab es in der südlichen und westlichen Altstadt Schelklingens früher viele. Es handelt sich dabei um sogenannte Seldner- oder Ackerbürger-Häuser. Sie beherbergten meist eine vielköpfige Familie, die sich mehr schlecht als recht durch eigenen Feldbau, mit Kleinvieh und Lohnarbeit über das Jahr brachte. Die kleinen Häuser sind beredte Zeugnisse der Armut dieser Bevölkerungsgruppe.                   

Ganz anders das Haus gegenüber. Wer sich an der Wende vom 19. zum 20. Jh. ein solches "Backsteinhaus" erbaute, demonstrierte damit, dass er auf der Höhe der Zeit war, sich eine moderne Bauweise leisten konnte. Bei der Betrachtung fallen sorgfältig gemauerte Zier-Reihen und unterschiedliche Farben der Ziegel auf. Die Fenstergewände und herausstechenden großen Ecksteine sind ein weiterer Beweis für 'Modernität'. Es sind Betonformsteine, genormtes Baumaterial mit dem neuen Werkstoff Zement. Sie werden uns beim Blick auf das Schulhaus 1904 nochmals begegnen.

> Wir folgen der Straße weiter geradeaus, die von hier an Bemmelbergergasse heißt. Ein Hinweis auf das nächste Ziel.

9. Bem(m)elberger Schlössle

 

Dieses sorgfältig restaurierte Gebäude lässt nicht vermuten, dass es in der zweiten Hälfte des 16. Jh. erbaut wurde. Erbauer war Konrad von Bemelberg (1494 - 1567). Er war von 1530 bis zu seinem Tod 1567 Pfandherr von Schelklingen. Der letzte der Grafen von Berg, Konrad von Berg,  verkaufte 1343 die Herrschaft Berg - Ehingen - Schelklingen an das Haus Österreich. Nach seinem Tod 1346 wurde Schelklingen österreichisch. Die neuen Herren verpfändeten die Herrschaft lückenlos bis zum Übergang an Württemberg 1806. Einer dieser Pfandherren war Konrad von Bemelberg. Der Pfandherr sollte eigentlich Wohnung in der Burg nehmen. Da diese aber baulich in einem schlechten Zustand war, ließ Konrad von Bemelberg ein Stadtschloß erbauen, welches von nun an Wohnsitz des Pfandherren war. Auch Bemelberg bewohnte es in den Jahren vor seinem Tod. Sein Grabmal befindet sich in der Stadtkirche.

10. Bemmelbergergasse

 

Die Bemmelbergergasse eröffnet in ihrem gesamten Verlauf immer wieder Einblicke in die historische Bausubstanz der Schelklingen Altstadt. Bereits vom Bemmelberger Schlössle bietet sich ein schöner Blick auf den 'Schloßberg' mit dem Schloßturm, dem Bergfried der ehemaligen Burg Hohenschelklingen. Mit der rechten Straßenseite begrenzt die Gasse den alamannischen Reihengräber-Friedhof. Bei Bauvorhaben wurden zahlreiche Grabbeigaben geborgen, die im Stadtmuseum zu sehen sind. Nach links zweigen zuerst in der Kurve die 'Hanswolfengasse', dann auf der Geraden zur Marktstraße die 'Mohrengasse' ab, beide mit gut erhaltenem altem Baubestand. Das Haus Nr. 12 auf der linken Seite war zeitweilig das Wohnhaus der bedeutenden Malerfamilie Wolker. Das auffallende Haus am Ende der Mohrengasse war das Ellerbachsche Kaplaneihaus, umgeben von ehemaligen Gebäuden des zugehörigen Kaplaneihofs.

11. Hinterer Brunnen

Am Übergang der 'Bemmelbergergasse' in die 'Marktstraße' befindet sich linker Hand eine Nachbildung des 'Hinteren Brunnens'. Dieser Brunnen diente bis 1912 als Ziehbrunnen der Wasserversorgung. Nach dem Bau der Wasserversorgung wurde er abgedeckt. 1982 bei der Stadtsanierung I wurde der Brunnen wieder geöffnet, von der Museumsgesellschaft Schelklingen archäologisch untersucht und anschließend 'rekonstruiert'. Solche Brunnen gab es in Schelklingen außerdem auf der Marktstraße vor der 'Sonne', am Vorderen Tor und vor dem Heilig Geist - Spital (Stadtmuseum).

12. Rössle

                   

Das "Rössle" wurde etwa Mitte des 16. Jh. als Wohnhaus des Hans Reuß von Reußenstein erbaut, der 1603 in Schelklingen verstorben ist. Seine Grabplatte befindet sich in der Stadtkirche. Hans Reuß von Reußenstein war verheiratet mit Agatha Renner von Allmendingen. Die beiden Wappenfelder auf der Eingangsseite zeigen daher das Renner'sche Wappen. Ab etwa 1750 diente das Gebäude als Gasthof mit dem Namen "Rössle". Die alte Aufnahme aus der Bildersammlung des Stuttgarter Fotografen v. d. Trappen zeigt, damals noch unverstellt, das prächtige Fachwerk des Gebäudes.

13. Neues Haus

Das 'Neue Haus' ist ein repräsentatives Barock-Gebäude. Es wurde vor 1717 vom urspringischen Hofmeister Franz Xaver Schalch erbaut. Die ehemals barocke Fassadengestaltung ist ebenso verschwunden, wie die Madonna aus der Nische über dem Eingang. Anfang des 19. Jh. war in dem Gebäude die Stadtschreiberei untergebracht. Daher trägt die angrenzende Straße den Namen 'Stadtschreibereistraße'.

> Wir folgen nun der Stadtschreibereistraße bis zu Einmündung in die 'Münsinger Straße'.

14. Torhäusle

Das sog. "Torhäusle" markiert den Standort des zweiten Schelklinger Stadttores, des 'Hinteren Tores'. Dieses besaß einen zweigeschossigen Torturm mit einer Wohnung für den Torwächter. Davor führte eine Brücke über den Stadtgraben, über die es nach rechts in Richtung Blaubeuren, nach links in Richtung Münsingen ging. Als die Schelklinger Stadtbefestigung um 1827 abgetragen wurde, erbaute man das 'Torhäusle' als Ersatz für die Wohnung im Turm.

Die Häuser entlang des Schloßberges an der 'Münsinger Straße' bildeten einst die Urspringer Vorstadt. Das Wohngebiet hieß 'auf der Brack'. Hier waren neben einem Gasthaus vor allem Töpfereien angesiedelt, die man wegen der Brandgefahr gerne außerhalb der Mauern sah. Die 'Brack' war gegen Urspring hin durch eine Mauer mit einfachem Tor abgeschlossen, die sich von der Westecke der Stadtmauer zum Schloßberg hinzog.

> Unser Weg führt einige Schritte durch die 'Stadtschreibereistraße' zurück und nach links in die 'Kanzleigasse'.

                    

An dieser Gasse liegen zwei auffallende und stadtgeschichtlich bemerkenswerte Gebäude. Das erste mit dem auffälligen Erker war das Westernachsche Kaplaneihaus, später städtische Kanzlei und heute katholisches Pfarrhaus. Seine Nordwand sitz auf der Stadtmauer auf. Das benachbarte Haus mit dem Walmdach war das Wernausche Kaplaneihaus, später für lange Jahre die Bäckerei Dress.

> Wir lassen den Kirchplatz, heute 'Maximilian-Kottman-Platz', rechts liegen und gehen über Treppen auf die Rückseite der Kirche. 

15. Nordostturm

Dieses auffallende Gebäude ist der ansichtsgetreu restaurierte Nordostturm der Schelklinger Stadtbefestigung. Er dient heute als Wohn- und Bürogebäude und zeigt, wie alte Bausubstanz sorgfältig restauriert und für moderne Zwecke genutz werden kann.

> An dieser Stelle lohnt sich ein Blick über die 'Schulstraße' auf das alte Schulhaus von 1904.

Das Schulhaus 1904 ist ein Stadtbild prägendes Gebäude. Für Generationen von Schelklingern war es der Ort ihrer ersten und der letzten Klasse in der Schelklinger Schule. Darüber hinaus ist es baugeschichtlich interessant. Mit dem neuen, großen Zementwerk hatte Schelklingen 1902 Anschluss an die Industrialisierung gefunden. Geld floss in die Stadtkasse und wurde umgehend für Bildung investiert. Vor allem der Westeingang, der Schaugiebel zur Schulstraße und die Fenstergewände sind von Interesse. Sie bestehen aus Betonformsteinen, ermöglichten genormtes Bauen, ersparten teure Steinmetzarbeiten und waren 1904 hoch modern! Sie markieren den Beginn der Schelklinger Stadtgeschichte als "Zementstadt". Das Gebäude mit seinen drei großen Schulsälen ist momentan ohne Nutzung, aber unbedingt erhaltenswert.

> Die Schulstraße abwärts liegt auf der linken Seite das katholische Gemeindehaus mit Kindergarten.

Zur Schulstraße hin ist der Garten des Gemeindehauses durch eine Mauer abgeschlossen, die von einem Fresko des Ehinger Künstlers Eduard Hermanutz (* 1902 Ulm / + 1999 Freiburg) geschmückt wird.

 > Wir überqueren die Schulstraße und gelangen zur katholischen Stadtkirche.

16. Stadtpfarrkirche Herz-Jesu

                    

Bereits um 1260 stand an dieser Stelle die Stadtkirche "St. Konrad". 1934 wurde die alte Kirche abgebrochen und durch die heutige Stadtpfarrkirche "Herz-Jesu" ersetzt. Von der alten Bausubstanz blieben der untere Teil des Kirchturmes mit staufischen Buckelquadern und die angebaute Sakristei, heute 'St. Konrads-Kapelle', erhalten. Die Kirche birgt einige stadt- und kunstgeschichtlich bedeutsame Exponate, auf die aber hier nicht weiter eingegangen werden soll.

> An der Kirche entlang gelangen wir wieder auf den Kirchplatz.

                    

Das sorgfältig restaurierte Fachwerkhaus auf der Südseite des Kirchplatzes ist das ehemalige Pfarrhaus samt zugehöriger Ökonomie. Das prächtige Gebäude an der schmalen Gasse, die zum alten Rathaus führt, ist ein Bürgerhaus von 1544.

17. Altes Rathaus

Das Fachwerkgebäude mit Arkade ist das ehemalige Rathaus der Stadt Schelklingen. Seit 1540 steht es in der Mitte der Marktstraße. 1840 wurde es umgebaut und verputzt, wobei einige Fachwerkelemente entfernt wurden. 1978 wurde das noch vorhandene Fachwerk wieder freigelegt. Das Werk der Rathaus-Uhr, ein wichtiger Zeitgeber in der Innenstadt,  kann im Stadtmuseum besichtigt werden. Heute dient der historische Bau als Stadtbibliothek.

18. "Sonne"

Als ehemals "Güldene Sonne" ist dies vermutlich der älteste erhaltene Gasthof der Stadt, erbaut im 16. Jahrhundert. 1724 erhielt der Gasthof in seine heutige barocke Außenansicht. Lieder ging ein Großteil der barocken Innenausstattung bei einer 'Sanierung' 1987 verloren. Unter der kreisförmigen Pflasterung vor dem Gasthof verbirgt sich ein weiterer Stadtbrunnen.

> Wir folgen nun der 'Marktstraße'  zum neuen Rathaus.

19. Rathausplatz mit Venus - Statue

                    

An Stelle des Neuen Rathauses stand bis 1986 der Gasthof "Rose", einst ein stattlicher Gasthof mit Fremdenzimmern, Brauerei, Brennerei und Metzgerei. 1987 wurde hier der Neubau des Rathauses eingeweiht. Am 25.07.2015 konnte auf dem Rathausplatz die Statue der 'Venus vom Hohle Fels' von der Museumsgesellschaft gestiftet, als Bürgerprojekt von zahlreichen Sponsoren unterstütz, der Öffentlichkeit übergeben werden. Sie wurde vom Tübinger Künstler Ralf Ehmann aus Untersberger Marmor geschaffen.

> Wir gehen nun die 'Spitalgasse' weiter in Richtung Stadtpfarrkirche und erreichen den Endpunkt des Stadtrundganges.

20. Heilig Geist - Spital, Stadtmuseum

Die Ursprünge dieses stattlichen Gebäudes gehen vermutlich auf die Erbauung der Stadtmauer um 1350 zurück, auf der die Ostwand aufgesetzt ist. Gesichert ist die Erbauung des Südteiles 1382. Spätestens ab der Mitte des 15. Jh. war dies das Stadtschloß der Herren v. Wernau (Erbach). Der heutige Baukomplex stammt aus der Zeit um 1600. Die Herren v. Wernau gaben Ende des 16. Jh. ihr Stadtschloss auf. 1698 kaufte es die Stadt als städtisches Spital, eine Funktion, die es als Altenheim bis 1964 behielt. Dann wurden Sozialwohnungen eingebaut, nach deren Aufgabe 1988 - 92 eine grundlegende Sanierung und Restaurierung erfolgte. Es ist ein Glanzstück und gleichzeitig der Abschluss der Stadtkernsanierung. Das kleine Stadtmuseum, welches von Enthusiasten um 1980 gegründet wurde und die Keimzelle der heutigen Museumsgesellschaft ist, bezog im 'Spital' nach zweimaligem Umzug seine Räume. Mit einer Ausstellungsfläche von unter 200 Quadratmetern ist es das wohl kleinste Spartenmuseum in weitem Umkreis.