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Jahreshauptversammlung 2020

Die wegen der Corona-Pandemie verschobene Jahreshauptversammlung findet nun am Freitag, 23. Oktober 2020, um 19 Uhr in der Stadthalle Schelklingen statt. Die Einladung an die Vereinsmitglieder ist unter "Vereinsmitteilungen" veröffentlich.

Ein Werkzeugkasten aus der Steinzeit

Am Montag, 20. Juli 2020, konnten Prof. Nicholas Conard und Dr. Sibylle Wolf im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren wieder einen weltweit einmaligen Fund aus dem Hohle Fels vorstellen. Dort hatten die Ausgräber 2019 drei Elfenbein-Meißel gefunden, so dicht beieinander, dass Prof. Conard bei der Vorstellung des "Fundes des Jahres" von einem "kleinen Werkzeugkasten" sprach.

Elfenbein-Meißel 1, 2 und 3

Bild: Maria Malina

Die drei Meißel sind zwischen 14 und 22 Zentimetern lang. Sie wurden aus besonders harten Teilen von Mammut-Stoßzähnen hergestellt. Elfenbein ist ein erstaunlich harter und vor allem zäher Werkstoff für die Bearbeitung anderer Materialien. Die bis zu vier Zentimeter breiten Meißel weisen ein flaches, Meißel artiges Ende auf, mit dem auch kleine Werkstücke gut zu bearbeiten waren. Das dickere Ende könnte als Hammer oder Stößel eingesetzt worden sein. Wozu die Werkzeuge genau benutzt wurden, sollen weitere Untersuchungen und Experimente zeigen.

​Meißel 2 und 3 in Fundlage

Bild: Maria Malina

Interessant ist, dass das mehr als 38 000 Jahre alte Werkzeug-Set in der untersten Grabungsschicht gefunden wurde, die dem modernen Menschen zugeordnet wird, unweit dem Fundort der "Venus". Es kann bis Januar im Urmu in Blaubeuren bestaunt werden.

Wieder einmal hat die Welterbe-Höhle Hohle Fels ihre Einzigartigkeit unter Beweis gestellt. An dieser Stelle muss an Reiner Blumentritt erinnert werden, ohne dessen unermüdlichen Einsatz für Höhle und Grabungen diese Funde noch lange, vielleicht für immer im Boden geblieben wären. Schelklingen kann zurecht stolz auf diese Fundstelle und ihre Aktiven sein. Die Museumsgesellschaft freut sich zusammen mit dem Urmu, dass unsere Region um eine weitere Attraktion reicher ist.

Prof. Conard und Grabungsleiterin Malina

Bild: Edgar Sobkowiak

Neuauflage des Hohle-Fels-Buches erschienen

Die neuen Funde der letzten Jahre und die überaus große Nachfrage nach der ersten Auflage des Hohle-Fels-Buches machten es möglich, eine erweiterte Neuauflage auf den Markt zu bringen. Prof. Nicholas CONARD und Dr. Sibylle WOLF haben das Buch überarbeitet, ergänzt und teilweise mit neuen Bildern ausgestattet. Und so können wir zur Osterzeit 2020 wie geplant die Neuauflage des Buches vorstellen:

CONARD / WOLF:

Der Hohle Fels bei Schelklingen -

Ursprungsort für Kunst und Musik.

104 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen und Zeichnungen.

ISBN  978-3-935751-36-0; Kerns Verlag Tübingen 2020

Preis: 6,95 € 

Versand (Vorkasse) im Inland frei. Auslandsversand als Päckchen international: 3,00 €

Bestellungen bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 Sobald das Stadtmuseum und der Hohle Fels wieder geöffnet werden können, kann das Buch auch dort an der Kasse erworben werden.

 

 

 

 

Trauer um Reiner Blumentritt

Am Abend des 8.12. verstarb unser 1. Vereinsvorsitzender Reiner Blumentritt nach kurzem Krankenhausaufenthalt im Alter von 76 Jahren. Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Frau Marianne und allen Angehörigen.

Seit der Gründung am 21.06.1985 war Reiner Blumentritt 1. Vorsitzender der Museumsgesellschaft Schelklingen e.V. Ja, er verkörperte „seine Museumsgesellschaft“, die er über mehr als drei Jahrzehnte mit großem Engagement und vielen Ideen leitete. Unvergessen werden die zahlreichen Jahresfahrten bleiben, die er für Vereinsmitglieder und Interessierte alljährlich organisierte.

Darüber hinaus hinterlässt Reiner Blumentritt in Schelklingen unübersehbare Spuren. Schon vor der Vereinsgründung hatte er es sich mit damals noch wenigen Enthusiasten zum Ziel gesetzt, archäologisch und stadtgeschichtlich wichtige Substanz vor dem Verfall oder der Vernichtung zu retten. Nach zwei Umzügen der Sammlung konnte er dieses Ziel schließlich im Aufbau und Ausbau des Stadtmuseums verwirklichen. Damit war seine Mission aber noch lange nicht beendet. So rettete er Schelklinger Kunstgegenstände in letzter Minute vor einem Verkauf in die USA und sorgte für den Ankauf unersetzlicher Objekte, die anderenfalls in Privatsammlungen der Öffentlichkeit entzogen worden wären.

Besonders am Herzen lag Reiner Blumentritt der Hohle Fels. Ohne ihn gäbe es den Hohle Fels als archäologische Forschungsstätte von Weltgeltung nicht! Nicht einmal eine Erkrankung konnte ihn davon abhalten, dort präsent zu sein. Unermüdlich suchte er nach Sponsoren und bündelte die vorhandenen Kräfte für die Erforschung und Präsentation der Höhle. Belohnt wurden all diese Bemühungen durch sensationelle Funde und 2017 durch die Aufnahme des Hohle Fels in das UNESCO-Welterbe "Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb". Vor etwas mehr als einem Jahr, am 12.11.2018, durfte er für sein archäologisches Lebenswerk den Archäologiepreis des Landes Baden-Württemberg entgegen nehmen.

Nicht zuletzt darf daran erinnert werden, dass sich Reiner Blumentritt für den Erhalt und die Bekanntmachung des Fremdenverkehrs-Potentials von Schelklingen einsetzte und das in einer Zeit, als dieses Potential noch verbreitet ignoriert wurde.
Um der Bevölkerung unserer Stadt das geschichtliche Erbe sichtbar zu machen, hatte er die Idee, eine Statue der „Venus vom Hohle Fels“ auf dem Rathausplatz aufzustellen. Von Anfang an organisierte er zu diesem Zweck auch zahlreiche Sonderausstellungen im Museum. Auf seine Initiative kehrte Anfang dieser Woche die Statue des St. Nepomuk an ihren angestammten Platz an der Aachbrücke zurück. Eine Ironie des Schicksals wollte es, dass Reiner Blumentritt dies nicht mehr erleben durfte.

Mit Reiner Blumentritt verliert unser Verein, aber auch die ganze Stadt eine prägende Persönlichkeit. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Die Trauerfeier für Reiner Blumentritt fand am 30. Januar 2020 in der Evangelischen Pauluskirche in Schelklingen statt. Zahlreiche Vereinsmitglieder und viele Trauergäste aus der wissenschaftlichen Archäologie und der Kommunalpolitik gaben ihm die letzte Ehre. Die Urnenbeisetzung auf dem Friedhof Schelklingen erfolgte im kleinen Kreis.

UNESCO-Welterbe-Tag 2019

Zum ersten Mal seit der Aufnahme auf die UNESCO-Welterbeliste fand im Gebiet des UNESCO-Welterbes "Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb" am Sonntag, 2. Juni 2019, der UNESCO-Welterbe-Tag statt. Diese weltweit begangene Veranstaltung soll auf die Bedeutung der Welterbestätten hinweisen und sie alljährlich in den Focus der Öffentlichkeit rücken. 

Für Schelklingen war es eine besondere Ehre, dass die Eröffnungsveranstaltung für die Landkreise Alb-Donau und Heidenheim am Hohle Fels stattfand. Nach entsprechender Ankündigung im Stadtboten waren neben den offiziellen Gästen eine ganze Reihe Schelklinger, sowie Presse und Rundfunk am Hohle Fels erschienen. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Landrat Heiner Scheffold (Alb-Donau-Kreis). Es folgten Grußworte von Staatssekretärin Katrin Schütz, Bürgermeisterin Iris Mann (Stadt Ulm), dem stellvertretenden Landrat Peter Polta (Kreis Heidenheim) und Prof. Dr. Claus Wolf vom Landesamt für Denkmalpflege. Alle hoben die Bedeutung des Welterbes hervor und lobten die Arbeit der Ehrenamtlichen für das Welterbe. Wer allerdings konkrete Aussagen zur Präsentation der Welterbestätte Hohle Fels erwartet hatte, wurde enttäuscht. Nach etwa einer Stunde konnte Conny Meister vom Landesamt für Denkmalpflege die Höhle für die Fachführungen freigeben an denen im Laufe des Tages zahlreiche Besucher teilnahmen. Zwischen Hohle Fels, Geißenklösterle und Urgeschichtlichem Museum war ein Shuttle-Service eingerichtet worden, der an diesem schönen Junisonntag bis 17 Uhr Gäste zwischen Schelklingen und Blaubeuren transportierte.

Dass mit der Präsentation der Welterbestätte Hohle Fels noch lange nicht alles zum Besten steht, konnte Gäste wie Offizielle den Plakaten entnehmen, welche die Zufahrt zum Parkplatz Hohle Fels säumten. Nachdrücklich wurde an den Wunsch Schelklingens erinnert, das geplante Info-Zentrum in Angriff zu nehmen und die Zufahrt von der B 492 durch eine Linksabbiegespur aus Richtung Blaubeuren sicher zu machen.

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